Plasmaschneider
Artikel aktualisiert am 03.02.2023Plasmaschneider für präzises Bearbeiten von Blechen und Materialien aus Metall
Das Wichtigste in Kürze
Was ist ein Plasmaschneider?
Ein Plasmaschneider ist eine Werkzeugmaschine, die zum Trennen von leitfähigen Werkstoffen wie Blechen dient. Zum Schneiden werden Gas und Elektrizität benötigt. Durch diese Kombination wird mittels eines Lichtbogens ein Plasma erzeugt. Ein gebündelter Gasstrahl richtet das Plasma punktgenau auf die zu durchtrennende Oberfläche.
Das Metall wird flüssig und mittels des Gasstrahls weggeblasen. Die Schnittstelle härtet anschließend schnell aus. Professionelle Einsatzzwecke sind beispielsweise beim Zuschnitt im Stahlbau und Röhrenbau.
Moderne Plasmaschneider sind ebenfalls als MMA– oder WIG-Schweißgerät einsetzbar, da die Technik fast die Gleiche ist. Alle genannten Verfahren benötigen einen relativ hohen und gleichförmigen Schweißstrom.
Aufbau und Funktionsweise des Plasmaschneiders!
Ein Plasmaschneider ist eine sehr komplex aufgebaute Werkzeugmaschine. Als wichtigste Komponenten zählen die Stromquelle, das Massekabel, ein Handstück sowie die Zuleitungen für Druckluft und Strom.
Zusätzlich besitzen die meisten Plasmabrenner ein Kühlsystem. Jeder Plasmaschneider besitzt zwei Elektroden, zwischen denen ein Lichtbogen erzeugt wird. Dabei ist die eine Elektrode eine nicht abschmelzende Wolframelektrode. Als zweite Elektrode dient das Werkstück. Um den Lichtbogen stabil zu halten und zu intensivieren wird während des Schneidprozesses Druckluft in die Schneiddüse geblasen.
Bei professionellen stationären Plasmaschneidern werden technische Gasgemische zugemischt. Das so entstehende Gas weist einen hohen Energiegehalt auf und es entsteht Plasma. Hochwertige Plasmaschneider erzeugen Temperaturen bis zu 30.000°C an der Schnittstelle. Diese hohen Temperaturen erlauben problemlos Kupfer, Aluminium, Guss, Stahl und Edelstahl zu schneiden. Das Ganze funktioniert sogar, wenn die Oberfläche lackiert ist.
Die handbetriebenen Plasmageräte arbeiten meist mit Druckluft ohne den Einsatz industrieller Gase. Dies macht den Einsatz im privaten Bereich einfach.
Um den Lichtbogen zu zünden, gibt es unterschiedliche Verfahren. Zum einen wird kontaktlos am Werkstück gezündet. Andere Varianten sind die Hochfrequenz- und Niedrigfrequenzzündung. Als dritte Variante ist die Kontaktzündung üblich.
Welche Materialien lassen sich mit dem Plasmaschneider trennen?
Die Plasmaschneider werden in der Industrie sowie im Handwerk eingesetzt. Transportable Plasmaschneider kommen weiterhin im Rettungswesen zum Einsatz, um Personen aus Fahrzeugen zu bergen. Die Industrie als professioneller Einsatzort setzt diese Geräte zum präzisen Trennen von Blechen ein.
Durch die Möglichkeit, unterschiedliche Metalle zu bearbeiten, sind die Anwendungsgebiete vielfältig. Der Karosseriebau sowie der Schiffsbau sind Hauptanwender dieser effizienten Technologie. Feuerwehr und THW setzen Plasmaschneider ein, wenn Rettungsscheren nicht verwendbar sind. Die geringe thermische Abstrahlung dieses Werkzeuges ermöglicht den Einsatz zur Bergung direkt in der Nähe der betroffenen Person.
Im Privatbereich werden die Plasmaschneider vielfältig genutzt. Bastelarbeiten und künstlerische Gestaltungen aus Metall lassen sich mit dieser Werkzeugmaschine realisieren.
Verschiedene Ausführungen der Plasmaschneider im Detail!
Die einzelnen Modelle der Plasmaschneider unterscheiden sich hauptsächlich durch die Art der Zündung.
Bei der Kontaktzündung muss ein direkter Kontakt zwischen dem Werkstück und dem Plasmaschneider bestehen. Dieses Verfahren erzeugt durch den direkten Kontakt von Düse und Material einen erhöhten Düsenverschleiß.
Die Hochfrequenzzündung oder Niedrigfrequenzzündung wird mit einer Führungshülse genutzt. Diese garantiert den optimalen Abstand der Düse zum Werkstück. Dieses Verfahren macht ein Schneiden nach Schablonen einfach.
Das dritte System für die Zündung nennt sich Lift-Arc, was abgehobener Bogen heißt. Der Brenner wird auf das Werkstück aufgesetzt. Es fließt ein geringer Strom, der den Brenner nicht beschädigt. Der auf das Werkstück treffende Gasstrom drückt dem Brenner vom Werkstück weg. In diesem Moment zündet der Lichtbogen. Der Strom erhöht sich auf die erforderliche Leistung, um das Material zu durchtrennen. Die Schnittfuge entsteht durch die hohe Energiedichte des Lichtbogens. Der Gasstrahl bläst das geschmolzene Metall weg.
Für den Heimwerkerbereich sind Plasmaschneider mit Schneidleistungen von 1 bis 40 mm erhältlich. Der erforderliche Strom beträgt dabei bis zu 120 A.
Industriegeräte arbeiten mit Stromstärken bis zu 300 A. Diese enorme Leistung ermöglicht das Schneiden von Schwarzblech bis zu Stärken von 70 mm. Es ist möglich Kombigeräte zu erwerben, die nicht nur Schneiden, sondern auch Schweißen können.
Was ist beim Kauf eines Plasmaschneiders zu beachten?
Wichtig sind die Kriterien Leistung und Preis des Plasmaschneiders. Es sind Modelle im Bereich von 200 Euro bis hin zu 2000 Euro erhältlich. Der Heimwerker braucht sicher nicht unbedingt eines der teuren Spitzenmodelle. Im moderaten Einsatz macht es sicher ein Gerät zwischen 300 Euro und 500 Euro.
Achte aber bitte auf die benötigte Schneidkraft, die bei preiswerten Modellen nicht sehr groß ist. Generell gibt es nicht das absolut optimale Gerät, denn Einsatzart und Anwendungsgebiet sind zu unterschiedlich.
Für den Käufer ist die Entscheidung für ein passendes Gerät daher nicht einfach, da der Markt sehr viele verschiedene Modelle bereithält. Wähle nach der möglichen Schnittstärke und den gewünschten Verfahren das für dich passende Modell aus.
Sinnvolles Zubehör für den Einsatz des Plasmaschneiders!
Spezielles Zubehör ist zur Inbetriebnahme nicht erforderlich. Im Lieferumfang sollte alles Erforderliche enthalten sein. Meist wird ein Kompressor gebraucht oder sie besitzen einen Plasmaschneider mit integriertem Kompressor.
Im Lieferumfang ist im Allgemeinen ein Schlauchpaket, der Schneidbrenner, der Plasmabrenner, ein Massekabel und Montagezubehör, Masseklemmen, Brenner- und Keramikdüsen, ein Druckschlauch und ein Druckventil.
Optional erhältliche Ersatzteilesets beinhalten meist Brennerspitzen, Kupferhülsen, Keramikringe und Keramikhülsen. Achte bitte darauf, Ersatzteile und Zubehör nur für das jeweils eingesetzte Gerät zu bestellen.
Erforderliche Schutzausrüstung beim Betrieb des Plasmaschneiders!
Auch wenn dein Plasmaschneider keine Schweißfunktion hat, solltest du Schweißerbrille und Schutzhelm verwenden. Unbedingt sind passende Handschuhe zu tragen. Spezielle Schweißerhandschuhe sind nicht so leicht brennbar und somit bestens geeignet. Der Arbeitsplatz sollte gut belüftet und beleuchtet sein. Eine feuerfeste Unterlage ist beim Plasmaschneiden empfehlenswert.
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Fazit zum Einsatz eines Plasmaschneiders!
Um solch ein Gerät einzusetzen, sind normalerweise keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Im Hobbybereich kommen meist Geräte mit nicht so hoher Leistung infrage. Diese sind normalerweise klein und handlich.
Die Kontaktzündung ist weit verbreitet und ein Kompressor für Druckluft ist integriert oder separat anzuschaffen. Unbedingt sollten beim Arbeiten die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.



